10 Jahre Schulimkerei 

Unglaublich aber wahr, uns gibt es seit 10 Jahren an der Grundschule Bergstedt.  Vor genau 10 Jahren hatte ich mit einer Klasse von Frau Johannsen an dem Wettbewerb „Anstiften“ der Körberstiftung teilgenommen. Gesucht wurden Projekte aus dem Bereich Schule, Kinder, Jugendliche etc. Da die Körberstiftung in dem Jahr ihr 50. Jubiläum feierte, sollten in dem Wettbewerb 50 Projekte mit jeweils 5000 Euro unterstützt werden. Meine Idee war eine Schulimkerei zu starten. Frau Johannsen und besonders der damalige Schulleiter Herr Christiansen, waren von der Idee gleichermaßen angetan. Ich durfte dazu mit den Schülern von Frau Johannsen Bienenthemen im Unterricht bearbeiten. So entstanden innerhalb kürzester Zeit viele tolle Bienengeschichten und unglaublich schöne Bilder. Dieses Material wurde mit einer Projektbeschreibung und Kostenaufstellung an die Körberstiftung eingereicht und tatsächlich prämiert. 

Mit dem Geld war ich in der Lage Material und Bienenvölker zu kaufen. Der Bienenstand wurde in Eigenleistung gebaut, wie so vieles andere auch. Das Geld des Gewinnes durfte nicht für Personalkosten ausgegeben werden. Kurze Zeit später wurde der Betrieb der Schulimkerei aufgenommen. Die ersten zwei Jahre fand ein Imker Wahlpflichtunterricht in Klasse 3 und 4 statt, einmal wöchentlich für eine Doppelstunde. So entstanden unsere ersten Mini-Imker. Tatsächlich hat ein Vater eines damaligen Schülers zusammen mit seinem Sohn danach angefangen auch privat zu imkern. Ich hatte diese ersten zwei Jahre Unterstützung von einer lieben Mutter, Frau Dittmar. Außerdem konnten alle Lehrer der Grundschule die Schulimkerei buchen für Sachkundeunterrichte, was bis zum heutigen Tage sehr gerne und oft genutzt wird. Wenig später gab es die Schulimkerei dann zusätzlich im Nachmittagsbereich für unsere Minis. Heute findet der Imkerkurs am Dienstag Nachmittag von 14-15.00 Uhr statt. Vor sechs Jahren hat die Schulimkerei eine Kooperation mit der Statteilschule geschlossen. Erst im Sozialdiplom, wo Schüler der 9. Klasse mich im Unterricht unterstützten. Wenig später gab es die Schulimkerei dort auch im Wahlpflichtunterricht in Klasse 7 und 8, zweijährig und unterrichtsverpflichtend. Dort werden die Schüler zum Imker ausgebildet. Diese Kurse laufen bis zum heutigen Tage. In den letzten 10 Jahren gab es viele Highlights in der Schulimkerei, wir waren im Fernsehen, wurden mehrfach für das Radio interviewt, viele Zeitungsartikel sind in der Heimat- und auch Fachpresse erschienen.  Jedes Jahr schleudern wir den Honig und verkaufen ihn auf dem Tag der offenen Tür. Grundsätzlich finanziert sich die Schulimkerei zu 100% durch den Verkauf des Honigs. Leider gibt es durch das Wetter häufiger Ernteausfälle, seit 6 Jahren unterstützt uns der Walddörfer Lions Club. Mit seiner Hilfe konnten wir uns komplette Klassensätze Imkeranzüge anschaffen, Bienenliteratur, ein Bienenmodell und vieles mehr. Ohne den Lions Club wäre die Schulimkerei niemals 10 Jahre alt geworden. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an die Herren! Seit vielen Jahren lädt die Schulimkerei auch Schulklassen von außerhalb zum Besuch ein, und unterstützt andere Schulen aktiv beim Aufbau von eigenen Schulimkereien. Aktuell begleite ich die Grundschule Müssenredder bei einem Bienenprojekt. Das Bienensterben ist heute in aller Munde, wenn wir unsere Kinder frühzeitig an die Natur heranführen und für sie sensibilisieren, haben wir starke Partner um dieses erfolgreich zu verhindern. Denn nur wer die Bienen kennt und versteht, kann sie auch retten.

Undine Westphal, Schulimkerei Grundschule und Stadtteilschule Bergstedt 

Die Schulimkerei der Grundschule Bergstedt

Seit 2008 gibt es inzwischen die Schulimkerei in der Grundschule Bergstedt. Finanziert wurde sie durch den Gewinn des Wettbewerbes „Anstiften“ der Körberstiftung. Das Besondere an unser Schulimkerei: Hier findet nicht das normale “Komm, ich zeig Euch mal wo die Bienen wohnen“ statt, sondern die Imkerei und der Unterricht Bienenkunde ist fest im Unterricht mit eingebunden.

 

Imkern im Wahlpflichtunterricht

In den Jahren 2009 und 2010 fand die Schulimkerei verpflichtend im Bereich des Wahlpflicht-Unterrichtes statt. Schüler aus der 3. und 4. Klasse konnten den Kurs Imkerei wählen und so die Bienen durch das Ganze Jahr begleiten. Im Sommerhalbjahr Praxis, im Winterhalbjahr Theorie. So sind innerhalb des ersten Jahres 30 Schüler zu Mini-Imkern ausgebildet worden.

 

KEIN Etikettenschwindel!

Die absoluten Highlights waren natürlich das große Schulschleudern mit allen Klassen und der Honigglas-Etiketten-Wettbewerb, indem die Schüler das eigene Honig Etikett entworfen haben. Dieser Wettbewerb läuft jedes Jahr, und weil die eingereichten Etiketten einfach viel zu schön sind und wir immer Schwierigkeiten haben uns für eines zu entscheiden, gibt es meist ein Etikett für die Früh- und eines für die Spättracht. Angenehmer Nebeneffekt, gleich im ersten Jahr ließ sich ein Vater von der Begeisterung seines Sohnes anstecken und hält seitdem mit unserer Unterstützung, auch Bienen.

 

Bienenkunde im Sachunterricht

Außer dem Wahlpflichtunterricht ist die Schulimkerei auch im Sachunterricht unterwegs. Angepasst an das jeweilige Alter der Schüler wird Bienenkunde unterrichtet und sogar Arbeiten geschrieben, natürlich immer mit Absprache der Lehrer. Wir haben den Ansporn jede unserer Klassen 2 Mal im Jahr zu unterrichten, mit mehrstündigen Themen der Bienenkunde. Körperbau der Arbeitsbiene, die Entwicklung, das Arbeitsleben, die Sinne der Bienen und vieles mehr. Auch in den Vorschulklassen sind wir unterwegs. Innerhalb der ersten 3 Jahre, die die Schulimkerei an unserer Schule aktiv ist, hat so jedes Kind unsere Bienen (und mich, unerkannt über den Schulhof laufen, geht nicht mehr) kennen gelernt.

 

Als Nachmittagsangebot innerhalb der Ganztagsschule

Seit Herbst 2010, durch die Umstrukturierung der Grundschule zur Ganztagsschule, findet der Imkerei-Unterricht auch am Nachmittag statt. Zurzeit läuft ein Pilotprojekt. Mit Kooperation der angrenzenden Stadtteilschule, werden auch Schüler der 9.Klasse gemeinsam mit Schülern der 3. Und 4. Klasse unterrichtet. Die Schüler aus der 9. Klasse können innerhalb eines Jahres ein Sozial-Diplom erarbeiten, indem sie soziale Kompetenzen erlangen. In der Schulimkerei helfen sie mit die jüngeren Schüler anzuleiten, betreuen, zu unterstützen und Verantwortung für ihr Tun zu übernehmen. Wir arbeiten mit altersgemischten Gruppen. Außerdem übernehmen die Schüler der 9.Klasse Extraaufgaben wie z.B. Unterrichtsprotokolle anfertigen, Sponsoren suchen, Vitrinen Gestaltung, etc. Bisher ist dieses gemeinsame Lernen sehr erfolgreich. Der Wissensstand war anfangs nahezu gleich, mittlerweile entstehen auch hier die ersten Neu-Imker.

 

Infostand am „Tag der offenen Tür“

Unser bisheriges Highlight war der Tag der offenen Tür. Das erste Mal mit den älteren Schülern, die immerhin ihre Freizeit dafür geopfert haben. Sie haben sogar schon mit Sachverstand die Fragen der interessierten Eltern beantworten können. Das geht runter wie Öl. Ich war begeistert, und ich bin sehr gespannt, wie sich die Schüler im nächsten Frühjahr an den Bienen bewähren werden.

 

Wahlpflichtunterricht in der Stadtteilschule Bergstedt

Die Schulimkerei expandiert. Seit 2015 ist die Schulimkerei auch in der Stadtteilschule Bergstedt aktiv, nicht nur im Biologieunterricht sondern auch im Bereich Wahlpflicht der Klassenstufen 7 und 8. Dieser Wahlpflichtunterricht läuft zweijährig. Was als Pilotprojekt begann ist jetzt fest im Unterricht verankert. Die Schüler werden innerhalb dieser 2 Jahre in alle Themen der modernen Imkerei eingearbeitet. Bienenbiologie, Materialkunde, Gesetze, Honigherstellung und vieles mehr wird vermittelt. Wir schauen aber auch gerne mit den Schülern über den Tellerrand. Forschungsprojekte wie die Bienenkugel und unsere anderen Bestäuberinsekten die Wildbienen gehören genauso zu den Unterrichtsthemen, wie die praktischen Arbeiten am Bienenvolk.

 

Undine Westphal, Schulimkerin